NORMEN & RICHTLINIEN

Innerhalb dieser Norm werden die allgemeinen Anforderungen an Schutzhandschuhe festgelegt. Diese Anforderungen beinhalten Gestaltungsgrundsätze, Konfektionierung, Materialwiderstände gegen Wasserdurchdringung, Unschädlichkeit, Komfort, Leistungsvermögen, Herstellerkennzeichnungen sowie die vom Hersteller zu liefernden Informationen.

Diese Norm wird angewandt für alle Arten von Arbeitshandschuhen zum Schutz vor mechanischen Gefahren von Schürf-, Schnitt-, Stich und Rissverletzungen. Neben dem Piktogramm wird der Schutz vor mechanischer Gefahr in fünf bzw. sechs Leistungsstufen angegeben. Jede einzelne Leistungsstufe steht für einen spezifischen Gefahrentest und der damit erzielten Leistung. Je höher der Wert der Leistungsstufe, desto besser das Testergebnis zu dem dazugehörigen mechanischen Risiko.
Das Piktogramm für mechanische Risiken wird begleitet von sechs Leistungsstufen (a-f):
 
a. Abriebfestigkeit: 0-4
Bei der Prüfung wird das Handschuhmaterial mit Schleifpapier unter einem definiertem Druck bearbeitet bis ein Loch in dem Prüfmaterial entstanden ist. Die Einstufung erfolgt anhand der Zyklenanzahl, die für das Durchscheuern des Handschuhmaterials benötigt wird. (Höchste Leistungsstufe 4 = 8.000 Zyklen)
 
b. Schnittfestigkeit (0-5)
Bei der Prüfung der Schnittfestigkeit eines Arbeitshandschuhs wird ein rotierendes Kreismesser (Coupe-Test) verwendet. Das Kreismesser schneidet bei konstanter Geschwindigkeit und festgelegter Belastung durch das Handschuhmaterial. Als Bezugsgröße dient der Vergleich mit einem Referenzmaterial und ein sich daraus errechneten Index. (Höchste Leistungsstufe 5 = Index 20)
 
c. Weiterreißfestigkeit (0-4)
Bei der Prüfung wird das Handschuhmaterial zunächst eingeschnitten. Die Einstufung erfolgt anhand der Kraft, die erforderlich ist, um das Material zu zerreißen. (Höchste Leistungsstufe 4 = 75 Newton)
 
d. Durchstichfestigkeit (0-4)
Bei der Prüfung wird das Handschuhmaterial mit einem Nagel durchstoßen. Die Nagelgröße ist standardisiert und festgelegt. Die Einstufung erfolgt durch die aufgewendete Stoßkraft. (Höchste Leistungsstufe 4 = 150 Newton)
Neue Leistungsstufen nach EN 388:2016
 
e. ISO-Schnittfestigkeit
Bei der Prüfung der ISO-Schnittfestigkeit eines Arbeitshandschuhs wird eine spezifische Schnittprüfmaschine ( Tomodynamometer) verwendet. Die Maschine schneidet mit einer langen, geraden Klinge über den Handschuh. Basierend auf dem Kraftaufwand für den Durchschnitt wird ein Leistungswert ermittelt. (Höchste Leistungsstufe F ≥ 30 Newton)
 
f. EN-Stoßeinwirkungsschutz
Als Bezugsgröße gilt die gemessene Energie- und Kraftübertragung beim Fallenlassen einer Last auf den Prüfling / Handschuh. Diese Prüfung zum Schutz vor Stößen ist optional und nur für Arbeitshandschuhe mit Polsterung, die einen Aufprall dämpfen, sinnvoll.
0 1 2 3 4 5
A Abriebfestigkeit (Zyklen) <100 100 500 2000 8000
B Schnittfestigkeit (Schneidetest/Index) <1,2 1,2 2,5 5,0 10,0 20,0
C Weiterreißfestigkeit (Newton) <10 10 25 50 75
D Durchstichfestigkeit (Newton) <20 20 60 100 150
E ISO-Schnittfestigkeit (Newton) 2 5 10 15 22 30
F

EN-Stoßeinwirkungsschutz –
Pass (P) oder Fail (keine Kennzeichnung)

           
 
Die Leistungsstufe X kann auch angegeben werden und steht für „Nicht getestet“ oder „Nicht anwendbar“. Dieses kann auf alle Prüfverfahren angewendet werden.